Netflix hat seine Quartalszahlen verkündet und übertraf damit alle Erwartungen. Der ehemalige Videoverleiher und heutige Streamingdienst zählte Ende März 125 Millionen Nutzer und auch Umsatz und Gewinn sprechen für sich. Wie schafft es Netflix so extrem erfolgreich zu sein und seine User zum regelmäßigen „Binge Watching“ anzuspornen? Und was können andere Unternehmen von diesem Erfolg lernen?

Social Media perfekt nutzen

Netflix hat den ursprünglichsten Ansatz von Social Media verstanden und zahlt genau darauf ein: Es geht um Communitys, um Kontakte, um Gemeinsamkeiten. Während andere Unternehmen bei ihren Kanälen teilweise auf allgemeine Informationen in einem konventionellen Ton setzen, die für jeden verständlich und nachvollziehbar sein müssen, macht es Netflix genau umgekehrt: Es geht um die Netflix-Community, die Seriengucker, die Filmliebhaber, die „Insider“. Mit ihren Facebook-Posts beispielsweise erreichen sie dadurch längst nicht die breite Masse, zeigen aber, dass sie die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe kennen und ihre Sprache sprechen.

Ich wünschte, es gäbe die "Intro überspringen"-Funktion für den Besuch bei Verwandten."Was macht die Karriere?""Bist du in einer Beziehung?"*Überspringen*

Gepostet von Netflix am Montag, 2. April 2018

 

So sorgt zurzeit die auf Netflix zu streamende Serie „Haus des Geldes“ für viel Aufmerksamkeit und eignet sich so für Insider-Postings, die eben nur diejenigen verstehen, die die Serie gucken.

Wenn du sagst, dass du Berlin krass findest.

Gepostet von Netflix am Samstag, 14. April 2018

Analytics klug verwerten

„Es gibt 33 Millionen verschiedene Versionen von Netflix“, sagte Joris Evers, damaliger Director of Corporate Communications bei Netflix. Neben dem für Social Media perfekt geeigneten Community-Gedanken von Netflix gibt es eben auch den ebenso wichtigen Punkt der Personalisierung. Jeder Netflix Nutzer hat sein eigenes Profil, also seine individuelle Nutzeroberfläche, wenn er das Streamingportal aufruft. Es gibt nicht nur „Meine Liste“, in der Nutzer sich Filme und Serien speichern können, auch alle vorgeschlagenen Angebote sind auf das Nutzerverhalten abgestimmt.

Auch wenn das Tracking von Nutzerdaten gerade ein sensibles Thema ist, scheint es den Netflix-Usern in diesem Falle erst einmal zu Gute zu kommen. Denn es nützt dem User nicht nur in Form von Empfehlungen, die neben dem Portal selbst auch per Push-Notifications oder Newsletter kommuniziert werden, sondern auch für die Entwicklung neuer Serien. Denn der Streamingdienst hat sich mit selbstproduzierten Inhalten mittlerweile einen großen Namen gemacht. Um genau das zu produzieren, was die Nutzer wollen, greift Netflix neben den reinen Play-Zahlen auch auf tiefere Insights zurück: In welcher Szene wird abgebrochen, vor- oder sogar zurückgespult? Durch diese detaillierte Verhaltensmessung schafft es Netflix, die Kundenbedürfnisse genau zu analysieren und in der Produktentwicklung anzuwenden.

Eine geschickte Marketingstrategie

Von Big Data über Social Media bis hin zu personalisiertem Newsletter Marketing – von den Marketingstrategien von Netflix können sich viele Unternehmen noch eine Scheibe abschneiden. Und auch die aktuelle Kampagne „Netflix & Wuff“ vereint wieder die analysierten Nutzervorlieben mit der erfrischenden und authentischen Kommunikation. Netflix sammelte dazu 50.000 Antworten von Erwachsenen aus der ganzen Welt, die Netflix online mit ihren Haustieren schauen und präsentiert die Ergebnisse in einer Infografik:

Netfliix Infografik