Nachdem wir letzte Woche über das Social Recruiting aus Unternehmenssicht berichtet haben, wollen wir heute die Perspektive der Kandidaten einnehmen und haben einige Tipps und Tricks für die Bewerbung im Social Web zusammengestellt. Den Lebenslauf per Facebook zu versenden oder den Chef eines Unternehmens über Xing anzusprechen, das sind Instrumente, die schon längst gang und gäbe sind im Bewerber-Dschungel. Auch individuelle Webseiten und Blogs dienten vor allem in den letzten Wochen und Monaten als Plattform, um sich bei der Jobsuche kreativ im Web zu präsentieren.

Christine Heller, die Punktefrau, hat vorgemacht, wie‘s geht. Die studierte Medienplanerin hat sich mit ihrer Initiativbewerbung auf den Weg ins www gemacht und ihren Blog samt Karrieredaten ins Netz der Möglichkeiten gestellt. Ein eigener Video-Clip, eine Info-Grafik und einen Blogbeitrag geben nicht nur Auskunft über ihr bisheriges Schaffen, sondern zeigen auch gleich, was sie so drauf hat in Sachen Online-Kommunikation. Prompt machte ihre Initiativbewerbung die virale Runde und die Jobangebote kamen angeflogen.

Credits: http://www.punktefrau.de/blog/vita/ 

Auch Mike Schnoor sucht nach neuen Herausforderungen. Er arbeitet derzeit beim Bundesverband Digitale Wirtschaft als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und sucht auf seinen Profilen bei Twitter und Google+ sowie auf seinem Blog nach einer neuen Anstellung.

Philippe Dubost hat uns gezeigt, wie man aus der Masse hervorsticht. Er suchte eine neue Stelle als Web Product Manager und hat sein Jobprofil in perfekter Amazon-Bestseller-Manier gestaltet.

Ein paar einfache Regeln sollte man bei der Jobsuche per Blog aber beachten. Da der eigene Bewerbungsblog dem Personal Branding dient, sollte dieser auch so genutzt und aktiv gefüttert und gestaltet werden. Der Blog ist eine Arbeitsprobe, um Können und Fachwissen unter Beweis zu stellen. Das heißt, der Blog muss konkret auf das eigene Fachgebiet ausgerichtet sein und deutlich machen, dass er der Jobsuche dient. Ein aufgeräumtes Design und eine logische Navigation gehören ebenso dazu wie hochwertige Inhalte. Ein gutes Netzwerk zur Verbreitung des Blogs ist unabdingbar, und dieses neu aufzubauen kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

Auch bei der Jobsuche über die Sozialen Netzwerke Facebook, Twitter & Co. sollte man einiges beachten. Hat man Fragen zu einer Stellenausschreibung oder Ansprechperson, kann man diese informell zum Beispiel über die Facebook-Karriereseite des Unternehmens stellen. Bei der Bewerbung selbst sollten Kandidaten aber genau wie bei der klassischen Bewerbung auf den guten Ton achten und die Form wahren. Gibt man die eigene Facebook-Seite bei der Bewerbung als Referenz an, sollte diese auch repräsentativ und aufgeräumt sein. Außerdem ist es wichtig, neben der aktiven Nutzung der Netzwerke, ein authentisches Bild von sich zu vermitteln und Themen zu wählen, die zum angestrebten Job passen.

Unser Fazit: Eine eigene Website oder ein Blog eignen sich hervorragend, sich bei der Jobsuche von der breiten Masse abzuheben. Sinnvoll ist ein Bewerbungsblog besonders für Kreative aus den Branchen Webdesign, Redaktion, Social Media und Marekting. Für einen Ingenieur oder Arzt lohnt es sich weniger, für die Jobsuche einen eigenen Blog zu kreieren.

Und zum Schluss noch ein kreatives Beispiel für Viralität aus England: Der Brite Adam Pacitti gab seine letzten 500 Pfund für eine Werbetafel aus, über die er Unternehmen dazu aufrief, ihn einzustellen:

Credits: http://www.adampacitti.com/