Die imm cologne ist eine internationale Messe der Koelnmesse GmbH für die Interior Design Branche. Jährlich zeigen hier knapp 1.200 internationale Aussteller in 14 Hallen Wohnideen von Wohn- und Schlafzimmer bis hin zur Terrasse, von Accessoires bis zu ganzen Wohnlandschaften. Es gibt also allerhand zu sehen.

Auch wir waren dieses Jahr vor Ort und haben uns umgesehen. Welche Trends wir identifizieren konnten, lesen Sie hier.

Trendthema 2020: Nachhaltigkeit

Sicherlich geprägt durch die „Fridays for Future“–Bewegung und die Diskussionen um den Klimawandel steht auch die Interiorbranche 2020 im Zeichen der Nachhaltigkeit. Natürliche Farben und Materialien müssen es sein. Viele Möbel bestehen aus sichtbarem Holz, aber auch Bambus und Flechtwerkmöbel sind in verschiedenen Varianten zu finden. Die Dekoration vieler „Zimmer“ besteht hauptsächlich aus grünen Pflanzen, teilweise in kleinen Indoor-Gewächshäusern, andernorts finden sie sich auf Tapeten, Teppichen oder anderen Textilien wieder. Auch Farben, die von der Natur inspiriert wurden, sind beliebt. Braun, Beige und vor allem Grün in diversen Schattierungen ist überall zu sehen. Viele Unternehmen haben sich auf die Fahne geschrieben, für ihre Kunststoffmöbel recycelte Materialien zu verwenden oder zumindest solche, die recycelt werden können. Andere Möbel sollen mehrere Generationen überdauern. Wir sind gespannt, wie sich das Thema entwickeln wird.

Hierzu berichteten auch die Zeitungen „Die Welt“ und „Die Zeit“.

Smart Home: in kleinen Schritten zum Virtual Reality Erlebnis

Einen ganzen Sonderbereich hat die imm cologne dem Thema „smart“ gewidmet. Im Smart Village dreht sich alles um smarte Lösungen bzw. Mehrwerte der technologischen Innovation rund ums Haus. Das Smart Village sieht, wie der Name schon vermuten lässt, wie ein kleines Dörfchen mit mehreren Häusern aus: mit Tiny Houses, Terrassen und kleinen Gärten.

Der Clou daran: Fast überall ist ein smartes, technologisches Gadget „versteckt“. Der Springbrunnen im Garten lässt sich per App steuern und beleuchten, im Wohnzimmer fährt ein kleiner Roboter umher und nimmt Kommandos an, es gibt einen Spiegel, der gleichzeitig als Tablet, Fernseher oder Sprachassistent dient und vieles Weitere mehr – die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Das zeigt auch der Rest der Messe: An jeder Ecke findet sich ein technologisch smartes Möbelstück: „Lampen, die als Bluetooth-Lautsprecher dienen; Nachttische mit kabelloser Handy-Ladestation; Schränke, die die Stimmungsbeleuchtung übernehmen; Spiegelschränke mit Multimedia-Funktion, Tische, die sich unserem Bewegungs-Soll entsprechend verstellen und Sofas, die sich die individuelle Lieblings-Sitzposition merken; Leuchten, die uns beim Einschlafen helfen und Betten, die uns beim Schnarchen sanft in eine andere Position komplimentieren – Technologie wird zum integralen, möglichst unauffälligen Bestandteil des Möbels.“ (Quelle: PM imm cologne)

Mit diesen kleinen, technischen Raffinessen wird der Mensch an die technologischen Möglichkeiten ganz sanft herangeführt, kann sie ausprobieren, verliert die „Angst“ davor. So rückt das Smart Home 2.0 näher und könnte schneller zur Realität werden, als es bisher den Anschein machte.

Einen noch vernetzteren Einblick in das Smart Home 2.0 gab es übrigens letzte Woche auf der CES Messe in Las Vegas. Hier wurde gezeigt, wie intelligent Sprachassistenten wirklich sind und wie diese im nächsten Schritt uns als Roboter folgen und das Haus eigenständig kontrollieren könnten. Mehr spannende Einsichten dazu gibt es beim Handelsblatt Artikel.

Die imm cologne: eine internationale Messe

Wandert man durch die 14 Hallen der Messe, wird eines schnell klar: diese Messe ist international. Natürlich sind auch viele große deutsche Unternehmen auf der imm vertreten, aber 78 % der Aussteller kommen aus dem Ausland. (Quelle: imm cologne) In einigen Hallen drängen sich asiatische Anbieter, die teilweise ein ähnliches Portfolio wie ihre europäischen Kollegen anbieten, aber auch lokale Produkte präsentieren. Ob sich der gemeine Europäer für pompös goldene Möbel aus Sri Lanka interessiert? Wir wagen es zu bezweifeln. Dennoch scheint es auch hierfür einen Markt zu geben, dem die imm cologne eine Ausstellungsfläche bietet.

Weiter gibt es viele skandinavische Hersteller, die derzeit einen Boom zu erleben scheinen. Nachhaltiger Minimalismus wird von vielen gelebt, und umso beliebter werden die skandinavischen Klassiker.

Dark Metal

Ob als eigenständiges Gitter-Wandregal, in Form von Sofafüßen, als Material für Stühle und Tische oder bei Accessoires wie Lampen oder Badarmaturen – wo früher glänzende Metalle vorherrschend waren, ist dieses Jahr dunkles oder sogar schwarzes Metall allgegenwärtig. 

Obgleich Dark Metal einen großen Teil der Metallfarben einnimmt, haben Goldelemente in allen Schattierungen auch 2020 noch nicht an Eleganz und Beliebtheit verloren. Vor allem in Kombination mit dunklen Elementen findet man die Farbe immer wieder auf Möbeln oder auch Accessoires.

Safran, Grün und Altrosé: die Trendfarben der imm cologne 2020

Eine Farbe, an der man in Sachen Textilien nicht vorbeikommt, ist dieses Jahr definitiv der Gelbton Safran bzw. Senf. Viele skandinavisch angehauchte Sofas, Sessel und Hocker strahlen in der fröhlichen Farbe, aber auch bei Kissen, als Wandfarbe oder sogar bei einem kompletten Regal ist der Farbton zu sehen.

Wie bei der Metallfarbe Gold ist auch in diesem Fall der helle Farbton meist in Verbindung mit dunklen Elementen platziert. Schwarz und Petrol sind hierbei die beliebtesten Kombinationen mit Gelb, aber auch unzählige Grüntöne kommen zum Einsatz. Ob es hierbei eine Verbindung zum vorherrschenden Thema Nachhaltigkeit gibt, ist nur zu vermuten, auffällig ist jedoch die Tendenz zum Einsatz der Farbe Grün in sämtlichen Schattierungen.

Trendmaterial 2020 auf der imm cologne: Samt, Holz und Metall

Auffallend oft bei skandinavischen Herstellern, aber auch generell häufig und gerne verwendet, ist vor allem bei Polstermöbeln dieses Jahr das Material Samt. Keineswegs mehr alten und pompösen Möbelstücken vorenthalten, ist der glänzende Stoff hauptsächlich in dunklen und kräftigen Schattierungen im skandinavischen Minimalismus zu finden.

Das Naturmaterial Holz erhält im Zuge der Nachhaltigkeit eine kleine Renaissance und ist in vielen Möbelstücken und Accessoires vertreten. Gerne in der Reinform, kaum bearbeitet und bemalt, sondern schön natürlich soll es sein. So werden beispielsweise aus ganzen Baumstammscheiben kleine oder große Tische, und große Wohnwände bestehen gänzlich aus glattem, minimalistischem Holz mit dezenter Maserung.