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WhatsApp: Welche Alternativen gibt es?

WhatsApp: Welche Alternativen gibt es?

News | 08.06.2017 16:24

2014 wurde der Messenger Dienst WhatsApp für unglaubliche 19 Milliarden Dollar an Facebook verkauft. Doch die Erfolgsgeschichte begann bereits fünf Jahre zuvor, im Januar 2009, als der 32-jährige Jan Koum den damals erst sieben Monate alten App-Store als Türöffner in ein völlig neues Geschäftsmodell sah. Nur einen Monat später, an seinem 33. Geburtstag, gründete Koum die Firma WhatsApp Inc. und revolutionierte damit die Kommunikationsbranche mehr, als er es wahrscheinlich für möglich gehalten hätte. Inzwischen verzeichnet der Klassiker unter den Messenger Apps 37 Millionen Nutzer alleine in Deutschland. Weltweit stützen sogar 1,2 Millarden Nutzer ihre Kommunikation auf die bei Datenschützern umstrittene App.

WhatsApp: Beim Datenschutz durchgefallen

Der größte Streitpunkt bei WhatsApp sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die dem Unternehmen eine weltweite, nicht-exklusive, gebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz zur Nutzung, Reproduktion und Verbreitung der versendeten Medien garantiert. Erst seit 2016 sind die AGBs überhaupt in Deutsch abrufbar und selbst jetzt werden sie vermutlich von den wenigsten gelesen. Grund genug für Datenschützer, immer wieder auf diese Problematik hinzuweisen. Hinzu kommt die lückenhafte Verschlüsselung: das Unternehmen selbst und die Ermittlungsbehörden können die Nachrichten mitlesen. Die Verschlüsselung basiert auf einer Technologie vom Open Whisper System, bei dem die Nutzer gegenseitig Schlüssel austauschen, Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsseln und so sicher gehen, dass nur sie selbst die Inhalte entschlüsseln können. Doch eine Sicherheitslücke erlaubt es Facebook, neue Schlüssel zu erzeugen, ohne dass der Nutzer dies merkt – und so die Kommunikation mitzulesen.

Snowdens Favorit: Signal

Damit abfinden muss sich der User nicht, denn an guten Alternativen mangelt es nicht. Der persönliche Favorit von Whistleblower Erdward Snowden ist die Messenger-App Signal. Auch sie basiert auf einem Open Whisper System und steht für Android und iOS zur Verfügung. Der Messenger besitzt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die quelloffen entwickelt wird. So können verschlüsselte Textnachrichten gesendet und abhörsichere Telefonate geführt werden. Signal ist außerdem auch auf dem Desktop nutzbar und umfasst alle gängigen Messaging-Funktionen: von Textnachrichten über den Versand von Bildern bis hin zu Gruppen-Chats. Das Hauptaugenmerk liegt aber auch hier auf der Sicherheit. Dank Ende-zu-Ende-Verschlüsselung garantieren die Entwickler, dass kein Server-seitiger Zugriff auf Ihre Daten erfolgt und diese auch nicht gespeichert werden. Somit bietet der Messenger nicht nur für den privaten, sondern auch für berufliche Zwecke die optimalen Voraussetzungen.

Der Vorreiter: Threema

Einer der ersten Messenger, bei denen die Datensicherheit im Fokus lag, war Threema. Das aus der Schweiz stammende Unternehmen versichert den Nutzern, dass die Kommunikation von Anfang bis Ende verschlüsselt übertragen wird und somit weder für das Unternehmen noch für unbefugte Dritte lesbar ist. Der Messenger ermöglicht es Texte, Fotos, Videos sowie den eigenen Standort zu versenden und steht für Android und iOS zur Verfügung. Auch Threema hat Anfang des Jahres sein Portfolio mit dem Webclient Threema Web erweitert. So stehen dem Nutzer nun auch am Desktop, nach Verbindung mit dem Smartphone, alle Funktionen und Daten des Messengers zur Verfügung. Dabei stellt Threema Web eine verschlüsselte Direktverbindung zwischen Browser und Mobilgerät her. So können Nachrichten abgeglichen werden, ohne dass sie einen Server passieren. Sofern sich Browser und Mobilgerät in demselben Netz befinden, verlassen die Datenpakete das eigene Netzwerk damit nicht. 

Der Nachzügler: Telegram

Ein weiterer ein Open-Source-Messenger, der großes Augenmerk auf den Datenschutz und die Sicherheit der Nutzer setzt, ist Telegram. Es können sowohl Textnachrichten, Fotos, Videos und Dokumente (wie DOC-, ZIP-, MP3-Dateien und mehr) versendet werden, die bis zu 1,5 Gigabyte groß sind. Das Erstellen von Gruppenchats wird ebenfalls unterstützt. Und auch ein Hauch von Snapchat wurde integriert: Im „Secret Chat“ lassen sich Nachrichten mit einem Verfallsdatum versehen, sodass sie sich nach vorgegebener Zeit selbst zerstören. Seit Beginn des Jahres gibt es außerdem die Möglichkeit, Nachrichten wieder zurückzuziehen. Telegram ist für iOS, Android und auch den Desktop verfügbar und bietet damit die gleichen Kompetenzen, wie die zwei anderen Messenger.

Für welchen, der auf Datensicherheit fokussierten Messenger, der Nutzer sich entscheidet, hängt von vielen Faktoren ab. Sicher ist jedoch: Der Marktführer WhatsApp hat einige hochkarätige Konkurrenten und es bleibt spannend zu sehen, welche Entwicklung die Nutzerzahlen der Dienste nehmen. 

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